Philipp Möller, Isch geh Schulhof

Philipp Möllers “Isch geh Schulhof” ist ein Buch aus der Wirklichkeit einer Berliner Grundschule. Möller hat als Aushilfslehrer bis zum August 2011 zwei Jahre lang an einer Berliner Grundschule gearbeitet. Der Aussage im Buch nach handelt es sich um eine durchschnittliche Berliner Grundschule. Möller erzählt, was er in diesen zwei Jahren erlebt hat und fasst das in dem Wort “Bildungskatastrophe” zusammen.

Das Buch schockiert angesichts der in dem Buch dargestellten Respektlosigkeit. Eine verletzend ausgrenzende, rassistisch gefärbte und obszöne Sprache beherrscht das Miteinander zwischen den Schülern und von Schülern gegenüber den Lehrern. Manche Schüler befinden sich in einer sechsten Klasse auf dem Niveau von Zweitklässlern.

Wer nicht weiß, was bildungsferne Elternhäuser sind, der findet in dem Buch viele Beispiele. Zugleich versteht man, warum Schule tatsächlich Rettung für die Schüler sein könnte, wenn diese anders arbeiten würde. Stattdessen erlebt man  Schüler in diesem Buch, denen in der Zukunft wohl alle Chancen genommen sind. Sie haben zwar eine Schule durchlaufen, dennoch können sie sich in der Muttersprache Deutsch kaum ausdrücken und vor allem teilen sie die Werte unserer Gesellschaft nicht. Wie für diese Schüler die Spirale des Scheiterns durchbrochen werden kann, bleibt eine nicht beantwortete Frage. Zugleich zeigt sich, wie sehr fehlende Investitionen und Innovationen in Bildung die Sozialkosten der Zukunft für uns alle werden.

Das Buch zeigt geeignete und völlig ungeeignete Lehrer, kompetente und desorientierte Schulleitungen, desolate Schulgebäude… Ohne das zum wesentlichen Thema zu machen hinterfragt das Buch vieles, wie wir glauben, dass Schule heute noch funktionieren kann. Ein Buch, das sich lohnt zu lesen, damit man besser versteht, warum sich an den Schulen vieles ändern muss.

“Isch geh Schulhof” ist bei Bastei Lübbe erschienen.

 

 

 

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